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Kubas wunderschöner Osten

Damit ich endlich meine Lehrer in Santiago de Cuba besuchen kann, habe ich im Internet von Deutschland aus Flüge gebucht. Denn auf 16 Stunden Busfahrt von Havanna nach Santiago hatte ich keine Lust. In Havanna die Flüge zu buchen hat sich im Juni und Juli als aussichtslos heraus gestellt, denn es war vor den Sommerferien der Kubaner und auch sie nutzen dann die Inlandsflüge um zu ihren Familien zu fliegen. Täglich gibt es 70 Tickets für Kubaner und da kostet der Flug nach Santiago de Cuba nur 12 CUC.
Meine Reiseplan war: Flug Havanna- Holguín, dann über Moa nach Baracoa und dann nach Santiago und von dort aus zurück.
Die Inlandsflüge gehen vom Terminal 1 ab in Havanna, es ist der nationale Flughafen und er ist sehr klein. Es gab nur einen Schalter für den Flug nach Holguín, also war es einfach. Das Einchecken ging problemlos mit meinem Pass. Und das Boarding war dann nur ca. 30 später als geplant. Aber nachdem was man so die letzen Monate von Inlandsflügen gehört hat, hatte ich wohl Glück!

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Das Flugzeug war eine russische Antonow und sehr neu. Der Flug ging etwas über eine Stunde und es gab zum Trinken Wasser oder Kaffee. Und am Ende für jeden Caramelos...Bonbons.

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In Holguín ist dann der nationale Flughafen noch etwas kleiner als in Havanna. Man kann den Kofferträgern zusehen, wie sie die Koffer und Taschen quasi vom Flieger direkt auf das kleine Laufband legen.

Vor der Tür stehen dann leider auch nicht viele Taxifahrer, sondern mehr Freunde der kubanischen Reisenden. Aber ich habe dann doch schnell jemanden gefunden und für 15 CUC ging es dann ins ca. 20 km entfernte Holguín. Die Straße wird gerade neu geteert, denn der Papst kommt im September auch nach Holguín.
Holguín ähnelt mit seinen Plätzen etwas Cienfuegos und ich fand die Stadt nicht sonderlich interessant. Schön sind im Norden die Strände bei Guardalavaca und von Holguín aus ist man in weniger als einer Stunde und für 40 CUC mit dem Taxi dort.

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Am nächsten Tag hat mich dann mein Taxifahrer Osmani nach Moa gefahren... ca. 300 Km von Holguín entfernt. Die Fahrt ist schön, denn die Gegend ist traumhaft. Ich hätte auch mit dem Bus Astro fahren können für ca. 1 CUC aber der Bus fuhr an dem Tag aus irgendwelchen Gründen nicht. Eine ebenso günstige Alternative sind die camíones...das sind alte LKWs die für den Personentransport umgebaut sind. Man sitzt eng beieinander und muss gut auf seine Sachen aufpassen. Sehen tut man von der Landschaft eher nix.

Es hat fast während der ganzen Fahrt geregnet und wir mussten mehrmals anhalten, weil der Motor nicht mehr wollte. Aber es ging alles gut.
In Moa bin ich dann umgestiegen in ein colectivo...ein Sammeltaxis. Das sind alte Jeeps, denn die Strecke von Moa nach Baracoa ist sehr schlecht. Ich durfte vorne sitzen, was natürlich ein Traum war. Die Fahrt kostet 30 CUC oder 600 Pesos und dauert ca. 2 Stunden.

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Sie ist abenteuerlich aber wunderschön, denn man fährt am Humboldt Nationalpark vorbei und durch eine traumhafte Natur.Am Straßenrand verkaufen Bauern Mandeln mit Honig oder Zucker. Die Version mit Zucker ist extrem süß. Die mit Honig hatte ich 2 Tage später bei einem Ausflug und die war viel leckerer.

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In Baracoa angekommen, wurde ich auch zur Casa gefahren. Als Touristin fühlte ich mich echt super aufgehoben. Alle waren sehr nett und sehr hilfsbereit.
Baracoa ist die älteste Stadt Cubas und liegt ganz im Osten der Insel. Bis vor einem Jahr gab es hier noch casa particulares für 15 CUC, aber auch hier ist der Tourismus jetzt angekommen und die Preise steigen. Momentan kostet eine Casa 20 CUC, je nach Casa mit oder ohne Frühstück.

Baracoa bietet sehr viele Ausflugsmöglichkeit und am ersten Tag bin ich mit einem Taxi erst zu einer Kakaofarm gefahren und habe vom Bauern Toni gelernt, wie Bauern Kakao machen. Am Ende gab es einen leckeren heißen Kakao (1 Liter Wasser, 4-5 Esslöffel Kakaopulver, eine Tasse Kokosmilch und Zucker nach Belieben). Man kann dort einen "bola de cacao" kaufen für 1 CUC. Das ist eine Kugel reiner Kakao und mit einer Reibe Pulver herstellt. Diese "bola" hält bis zu 1 Jahr.

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Danach ging es zum Rio Tao, dem größten Fluss Kubas. Mit einem Ruderboot ging es den Fluss nach oben und die Vegetation ist wunderschön. Mandelbäume, Palmen, Mangobäume und hohe Palmwedeln. Unser Guide und Ruderer "El Russo" erzählte mit viel Stolz von der Natur und seiner Liebe dazu.

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Am Flussufer waschen Frauen ihre Wäsche, warten Bauern mit gebrannte Mandeln, diesmal mit Honig, oder sie fischen. Wir sind alle ins Wasser gesprungen und haben uns abgekühlt. Es war traumhaft.

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Baracoa selber ist ein süßes Städtchen mit sehr alten und toll renovierten Häusern. Leider gab es weder Wasser noch Bier zu kaufen. Anscheinend wird jede Lieferung sofort von allen casas und den paladares (Privatrestaurants) aufgekauft um es dann für den doppelten Preis an die Touristen zu verkaufen.
Es wird hier viel mit Kokosmilch gekocht und die Spezialität ist Fisch mit leche de coco. Es schmeckt hervorragend. Ich brauch das Rezept!!!

Am nächsten Tag habe ich mir Baracoa angeschaut und bin zum Stadtstrand Plaza Boca de Miel. Entgegen aller Berichte, war der Strand sauber. Einen Traumstrand findet man dann ca. 20 Kilometer entfernt am Playa Maguana.

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Die Königstor war dann am letzten Tag. Eine Wanderung auf den 572m hohen "el Yunque" und danach ein Bad in den Cascadas, einem Naturschwimmbecken mit einem 9 Meter hohen Wasserfall. Die Tour zum „el Yunque" kostet 13 CUC, denn man muss mit Führer gehen. Zu den Cascadas ebenfalls und das kostet 8 CUC. Es ging bei über 30 Grad und gefühlten 100% Luftfeuchtigkeit ca. 1,5 Stunden bergauf. Eine kleine Rast mit frischen Früchten gab es bei der Hälfte der Strecke. Vom Gipfel aus hat man einen wunderschönen Blick.
Der Abstieg war etwas schwierig, da durch die Regenfälle der Boden extrem schlammig und rutschig war.
Das Bad am Wasserfall war ein wunderbarer Abschluss. Fernando, mein Guide, hat mir viel erzählt und er hat es mit viel Freude gemacht.

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Von Baracoa aus fährt dann wieder Viazul für 15 CUC nach Santiago. Ich bin mit einem colectivo gefahren, denn konnte ich auf 10 runterhandeln. Eigentlich kosteten die colectivos 120 Pesos, also 5 CUC und daher sollte man handeln oder den deutlich bequemeren Bus nehmen.
Die Strecke über die Berge ist super schön, kurz vor Guantanamo ist die Gegend sehr trostlos.
In Santiago halten die colectivos dann an Sammelplatz, der etwas außerhalb der Stadt liegt. Von dort gehen aber normale Taxis für 4 CUC ins Zentrum.
Santiago ist für mich nach Havanna und Baraco die schönste Stadt, weil sie viel zu bieten hat. Hier kann man super ausgehen, es gibt tolle Touren z.B. auf den "la gran pierda" in der Sierra Maestra. Der Berg ist 1.250 Meter hoch und es führen 452 Stufen auf den Gipfel. Hier kann man den kubanischen Nationalvogel sehen, den Tocororo und den Zunzuncito, den Hummel-Kolibri und kleinsten Vogel der Welt.
Die Tour mache ich das nächste Mal...mir war mehr nach Tanzen in Santiago und nach Strand. Der Ausflug an den Playa Siboney war aber eher ein Reinfall. Viele Algen im Wasser durch die vielen Regenfälle der letzten Jahre und es ist dort auch kein Sandstrand.
Der Flughafen von Santiago ist vom Zentrum aus in ca. 30 Minuten zu erreichen. Der Flieger war dieses Mal auch wieder super pünktlich, sodass ich mich auch beim nächsten Mal an Inlandsflüge wage.

Santería auf Kuba

Viele Kunden fragen immer wieder nach den Gründen, wenn sie komplett in weiß gekleidete Kubaner hier in den Strassen sehen. Die Santería (santos=heilig) ist eine Mischung der verschiedenen Bräuche der afrikanischen Volksgruppen, die nach Kuba versklavt wurden.

Und hat auch ebenso Einfluss aus Haiti und Jamaika. Und sie ist ein Hauptbestandteil der kubanischen Musik und vieler Tänze. Die Götter (Orishas), im kubanischen Glauben kommen den Göttern der Griechen und Römern sehr nahe und sie wurden sogar einigen Heiligen des katholischen Glaubens zugeordnet. Die heilige Barbara ist der Orisha Changó, der afrikanische Gott des Donners, Gott ist Obatalá und der heilige San Pedro ist Oggún. Wichtigster Bestandteil bei Santería-Versammlungen ist die Musik, sind die verschiedenen Tänze der jeweiligen Orishas und die Opfergaben für die Götter. Die Tänze für Changó sind z.B. sehr maskulin und strahlen Stärke aus, während der Tanz für Yemayá als „Tanz der Wellen“ bezeichnet wird.

Ein Jahr in weiß (Yawo) ist ein wichtiger Bestandteil des Glaubens der Santería. Pedro in Havanna und Regla und Alfredo in Trinidad de Cuba haben ihr Jahr vor einigen Wochen beendet (Yaboraje) und im März und April haben Elier und Milaila begonnen.
Elier hat den Orisha Changó und Milaila hat Yemayá, zu erkennen am Halsschmuck und den Armketten der beiden. Changó hat rote und weiße Perlen und Yemayá blaue und weiße Perlen. Die wichtigsten Orishas sind Elleggua, Changó, Obbatalá, Yemayá, Oshun, Oggún, Ochosi und Oya.

Die Iyabo (Gläubingen in weiss) haben einen Paten und eine Patin, die für die Betreuung und für das Wohlergehen der Iyabo verantwortlich sind. Sie kennen alle Regeln des jeweiligen Orichas (Heiligen). Die Iyabo müssen ihre Erlaubnis haben, für alles was sie tun, dass eventuel ihr "yaboraje" (heiliges Jahr) beeinträchtigen könnte. Sie müssen z.B.spätestens abends um 6 Uhr zuhause sein. Künstler, wie z.B. Tänzer oder Musiker, dürfen auch bis 12 Uhr nachts ausgehen wenn es ihre Arbeit ist. Wenn sie aber später nach Hause kommen, bekommen sie Probleme mit ihrem Oricha.

Die Icabo dürfen nicht in den Regen kommen und nass werden, daher haben sie immer Regenschirme dabei. Man darf auch auf keinen Fall Bilder oder Videos von ihnen machen. Sie dürfen keine alkoholische Getränke trinken. Trinken überhaupt müssen sie ihr eigenes Glas oder ihren eigenen Becher verwenden. Sie dürfen Geld nicht direkt entgegen nehmen. Statt es ihnen in die Hand zu legen, kann man es z.B. auf den Tisch legen. Auch dürfen sie nie jemanden zur Begrüßung die Hände geben und in den ersten drei Monaten dürfen sie nicht geküsst oder umarmt werden.

Einer der Lehrer Baila Habana´s wird bald in junger iyabo sein und wie es ihm dabei ergeht schreiben wir im nächsten Newsletter.